Ich habe vor kurzem einen Videoclip gesehen, der mich doch sehr bewegt hat.
Manchmal frage ich mich, was wir eigentlich von dem, was wir in der Bibel lesen, verstehen.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass es nur um Zahlen geht in unseren Gemeinden. Wie viele Mitglieder zählt unsere Gemeinde? Wie können wir Mitglieder gewinnen und binden? Was sagt der Kassenstand. Keine Frage, das sind alles wichtige Dinge, aber verlieren wir dabei manchmal den Menschen aus dem Blick.
Wir überlegen in der Gemeinde immer wieder, wie wir Mitarbeiter gewinnen können, wie wir junge Leute für die Gemeinde, den Jugendkreis gewinnen können und langfristig binden können. Das klingt doof, aber eine Gemeinde lebt von den Leute, die die Gemeinde besuchen und sich dort auch einbringen. Aber ich habe das Gefühl, dass wir bei der Suche nach Mitarbeitern den Menschen aus dem Blick verlieren. Wir wünschen uns, dass Leute sich einbringen, aber trauen vor allem gerade jungen Leuten wenig zu.
Ich persönlich bin der Meinung, dass Gemeinde auch ein Ort sein sollte, an dem man sich ausprobieren kann. Wo man auch mal Fehler machen darf und gemeinsam daran arbeiten kann.
Oft schwimmen wir in unserer eigenen Suppe und scheinen keine Zeit dafür zu haben über unseren Tellerrand hinauszublicken.
Gerade als Christen sollte unser Licht auch über die Kirchenmauern bzw. Gemeindehausmauern hinausscheinen. Wir sind Teil der Ortsgemeinde und sollten in unserer Stadt und in unserem Dorf präsent sein. Nicht nur nach Mitarbeitern suchen, sondern Jüngerschaft leben. Das leben,w as wir täglich oder zumindest jeden Sonntag in der Bibel lesen. Für die Leute in usnerem Ort da sein und dienen. Nicht nur darauf warten, dass Außenstehende in unsere Kirche kommen, sondern aus der Kirche hinaustreten und zu den Leuten gehen. Auf die Straße gehen, so wie Jesus das gemacht hat.
Versteht mich nicht falsch. Ich wäre eine der Ersten, die sichfreiwillig melden würde, wenn es darum geht ein Event auf die Beine zu stellen. Es ist eine gute Möglichkeit, um mit Leuten in Kontakt zu kommen. Aber unsere Bemühungen sollten weiter gehen, darüber hinaus reichen und dort ansetzen, wo unsere Hilfe wirklich gebraucht wird. In den kleinen Dingen. Im Menschsein!
Manchmal bin ich müde. Nicht müde im Sinne von ins Bett gehen und schlafen wollen. Sondern vielmehr müde von allem Tun und Machen. Müde von den Bemühungen, Enttäuschungen und Niederlagen. Müde von der Gemeinde bzw. Kirche (darf ein Christ das eigentlich sagen?).
Manchmal möchte ich einfach nicht mehr und frage mich, warum ich mir das eigentlich antue.
Warum mache ich mir Gedanken, investiere Zeit und Geld in Dinge, die mit Füßen getreten werden?
Ganz sicher nicht, weil ich sonst nichts besseres zu tun hätte. Zeit und Geld könnte ich mit Sicherheit auch in andere Dinge als meiner Gemeinde investieren.
Ich weiß auch nicht, ob ich die Einzige bin, der es so geht. Aber im Moment bin ich echt müde von all diesen Dingen und möchte tatsächlich manchmal gerne einfach nur mich hinlegen, schlafen, nie wieder aufstehen - weil mir die Kraft dazu fehlt.
Und während ich diese Zeilen schreibe und mir Gedanken mache, muss ich immer wieder eine Pause einlegen, um irgendwie die Fassung zu bewahren und mir die Tränen aus den Augen zu wischen...
Aber warum tue ich mir das immer wieder an?
Bin ich Sadist oder leide ich gar an geistlichen autoaggressivem Verhalten?
Ich glaube nicht. Und trotzdem setze ich mich dem Ganzen immer wieder aufs Neue aus.
Es tut mir trotzdem im Herzen weh, wenn Menschen mit viel Herzblut und einem großen Herzen für ihre Mitmenschen, Dinge in die Hand nehmen wollen und sich Gedanken machen, wie diese Menschen Gott kennenlernen können und ihm näher kommen können - und wenn andere Menschen dann das, was eben diese Menschen mühevoll mit ihren Händen versuchen aufzubauen, mit dem Allerwertesten wieder einreißen. Ich zähle mich zu 99,9 % zu diesen Menschen dazu, die mit Herzblut etwas bewegen wollen. Umso mehr trifft es mich immer auf Widerstand zu stoßen.
Man will etwas bewegen und vor allem junge Leute bewegen und stößt auf Widerstand: zu teuer, keine Leute, die das vorbereiten, keine geeignete Location, schlechter Zeitpunkt,...
Liegt es daran, dass Menschen Dinge kaputt reden, weil sie nicht wollen oder grundsätzlich negativ eingestellt sind oder an altbewährtem festhalten, auch wenn es schon längst verstaubt ist? Oder liegt es vielleicht daran, dass man Gott nichts mehr zutraut? Ist unser großer Gott, den wir sonntags im Gottesdienst mit (alten) Liedern besingen so klein, dass er neue Wege, Vorhaben, Veranstaltungen nicht segnen kann.
Götz Werner, der Gründer und Aufsichtsratmitglied von der dm-drogerie Markt Kette sagte einmal folgendes und das finde ich so passend:
"Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe."
Suchen wir Menschen manchmal einfach nur nach Gründen, nur um nichts riskieren zu müssen? Nur um nicht aus unserer Kuschelzone heraustreten zu müssen?
Ich weiß keine Antworten darauf. Ich weiß nur, dass ich müde bin diese Gründe immer und immer wieder zu hören und vor den Kopf gestoßen zu werden. Ich bin müde, wie Kirche sich verhält und wie wenig sie bereit ist einen Schritt aus ihrer (mittelalterlichen, verstaubten) Komfortzone herauszutreten.
Ganz im Sinne von Matthäus 11,28 - wo steht "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken" - versuche ich Trost und vor allem Kraft bei Gott zu finden. Ich will nicht aufgeben, weil es Menschen gibt, die mir am Herzen liegen und die auch Gott am Herzen liegen - auch wenn es anderen nicht so zu gehen scheint.
Ich glaube, Gott hat sich das anders vorgestellt, als es in manchen Kirchen heute Gang und Gäbe ist.
Die Welt braucht Veränderer mit einem großen Herzen und viel Kraft - die nur von Gott kommen kann. Visionäre, die den Mut haben, neue Wege zu gehen.
Hast du dich schon mal ausgegrenzt gefühlt?
Ausgegrenzt aus dem Freundeskreis, unter Kollegen / Mitschülern, ausgegrenzt aus der Gesellschaft oder auch ausgegrenzt aus der Gemeinde?
Ausgegrenzt aus der Gemeinde - das klingt schon irgendwie komisch oder fremd. Gibt es so etwas überhaupt in unseren christlichen Gemeinden?
Durchaus!
Ausgegrenzt werden meist diejenigen, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen. Die, die anders aussehen, sich anders kleiden, anders leben und anders handeln.
So sehr wir Christen auch darauf pochen, dass Menschen nicht ausgegrenzt werden dürfen, weil sie anders sind, so sehr ist es auch verwunderlich, dass dies durchaus auch in christlichen Kreisen an der Tagesordnung ist.
Auch in christlichen Kreisen gibt es (ungeschriebene) Regeln, die Gemeindemitgliedern das Recht vermitteln, diejenigen aus der Gemeinschaft auszuschließen, die gegen diese Regeln verstoßen. Manchen ist das auch als "Gemeindezucht" bekannt.
Beispiele dafür gibt es leider viele.
Da ist zum Beispiel das Mädchen im Jugendkreis. Sie hat letztes Wochenende bei einem Jungen übernachtet. Eigentlich sind sie Freunde und nach dem Filmabend hat sie einfach nur die letzte Bahn verpasst und ihr Kumpel hat ihr angeboten, bei ihr zu pennen. Aber die Gerüchteküche in der Gemeinde brodelt. Ein Mädchen schläft bei einem Jungen... ihr wisst schon...
Oder der Neue, der im Gottesdienst in der letzten Reihe sitzt. Der soll sich ja mit ziemlich zwielichtigen Gestalten abgeben. Die nehmen Drogen. Er bestimmt auch. So einen wollen wir nicht in der Gemeinde haben. Der verführt nur unsere Kinder dazu Drogen zu nehmen. Aber ist das wirklich so?
Oder das junge Pärchen aus der Jungen Gemeinde. Sie sind Mitarbeiter in der Jugendarbeit - jetzt nicht mehr... Weil sie jetzt beide in einer anderen Stadt studieren, haben sie beschlossen sich eine Wohnung zusammen zu mieten, um Kosten zu sparen. Böse Zungen behaupten ja, sie seien nur zusammengezogen, um mit einander schlafen zu können. Aber es soll ja doch noch Leute geben in der heutigen Zeit, die sich vornehmen bis zur Ehe mit dem Sex zu warten - auch wenn sie eine gemeinsame Wohnung haben.
Was ist mit dem einen Mädchen, die ständig auf Konzerte geht. Die ist doch so was von ein Groupie und hüpft bestimmt auch von einem Rockstarbett zum Nächsten. Ob die wirklich an Gott glaubt?
Oder der junge Mann mit dem Irokesenschnitt und den Piercings - also der gehört doch wirklich nicht zu uns. Der kann doch nicht ernsthaft Christ sein!
Da ist ja auch noch der JG-Mitarbeiter, der seinen Glauben anders lebt als die anderen. Also irgendwie passt er nicht in unser Konzept. Am besten wäre es, wenn er nicht mehr mitarbeiten würde! Und das obwohl der sich doch so für die Jugend einsetzt und auch Arbeiten erledigt, die sonst keiner gerne machen will. Na ja, aber... nein, das geht so nicht.
Auch zu Jesu Zeiten wurden Menschen aus der Gemeinde ausgegrenzt.
Seien es diejenigen, die aussätzig, unrein waren oder die Ehebrecherin.
Jesus vergab der Ehebrecherin. Er heilt einen Aussätzigen.
Ich denke dabei aber auch an
Zachäus, dem Zöllner, der von seinen Mitmenschen gemieden wurde, weil er
Zöllner war und die Menschen um ihr Geld brachte. Jesus nahm sich Zeit
für ihn und aß zusammen mit ihm.
Oder die Frau am Brunnen, die
unzählige Beziehungen hatte, sich aber an keinen Mann binden wollte oder
konnte. Jesus kannte ihre innere Leere und gab ihr einen Sinn im Leben. Und was ist mit Mose, Rahab, Jakob, David und mit Abraham und seiner Frau?
Und innerhalb weniger Sekunden hat sich das gläubige Gemeindevolk eine Meinung gebildet und beschlossen, diejenigen auszuschließen, die einfach nichts ins heile Gemeindebild passen. Und das alles, ohne überhaupt sich mal mit diesen Menschen auseinandergesetzt zu haben. Ohne mit ihnen geredet zu haben. Bei Jesus war das anders...
Wer sind wir, dass wir so über Mitmenschen, über unsere Mitchristen und Glaubensgeschwister urteilen?
Schlussendlich wundern wir uns, warum unsere Gemeinden, unsere Gottesdienste immer älter werden. Wir fragen uns, warum keine Jugendlichen kommen und vergessen dabei ganz, dass wir gar nicht offen für sie sind. Offen für Veränderungen. Offen für junge Menschen. Offen für Andersartigkeit. Offen für neue Ideen und Vorschläge. Liegt es vielleicht daran?
Wenn wir aber alle einen Schritt auf einander zu gehen, so ist die Distanz zwischen schon 2 Schritte kleiner. Wenn wir alle einen Schritt aufeinander zugehen, miteinander kommunizieren statt gegeneinander zu agieren, so kann auch unser Gemeindeleben um einiges besser werden. Vielfältiger. Bunter. Lebendiger. Einladender.
Did you ever felt excluded?
Excluded fromfriends, colleagues / classmates, excluded from society or even from church?
Excluded from church - that really sounds kind of strange. Does that really exist in our Christian communities?
Absolutely!
Usually those are excluded that don't meet our expectations. Those, that look different, that dress differently, that live and act in a different way.
As much as we Christians insist that people should not be excluded because they are different, so much it is surprising that this is on the order of the day in our Christian churches.
Even in Christian groups the are (unwritten) rules that gives parishioners the right to exclude those from the community that go against that rules.
Some also know this als "church discipline".
via news.at
Unfortunately there are many examples for this:
For example there is this girl in youth group. Last weekend she stayed overnight a boys house. Actually they are friends and after watching some movies she unfortunately missed the last train home. Her best friend offered her a place to sleep. But the gossip factory in church is working overtime. A young girl that stays at a boys house... you know ...
Or the new who's sitting in the last row. He is reputed to hang with pretty dubious people. They are taking drugs. For sure he also does. We don't want him in our community. He will definetly seduce our kids to also take drugs. We have to do something. But is he realy dealing with drugs?
Or the young couple from youth group. They are youth group workers - now they aren't... Because both are studying in another city, they decided to share one appartment to save money. Malicious gossip has it that they only moved together for having sex. But can you imagine there are still young people waiting till marriage for having sex - although they live together in one appartment?
What about that one girl? She's always on concerts and partying. She's absolutely a groupie. She definetely hops from one rockstar bed to another one. It can't be possible she believes in God!
Or the young man with the Mohawk haircut and piercings - he's definetely neither one of us. Seriously, he can't be a real Christian.
There is also that youth group worker that lives his faith in a different way than we do. Somehow he does not fit into our concept. The best will be he will quit his tasks in youth group. Althought he campaigns for the young people and he also does things other people won't do. Well... but... no that's not acceptable.
Even in the time when Jesus lived on this planet, people got excluded from communities. Lepers. Or the adulteress. Jesus forgave her. He also healed the lepers.
I think of Zacchaeus, the chief tax collector. He was shunned by the fellow men because he was a tax collector and took the people's money. Jesus took time for him and he had dinner with him.
Or the woman at the fountain. She had lots of relationships. She haven't had a real relationship with a man. The one she had a relation with at that time wasn't the one she would marry. Jesus knew her inner emptiness and he gave her a new meaning.
And what about Moses, Rahab, Jacob, David and Abraham and his wife?
Within a few seconds the believing church people formed an opinion and decided to exclude those that does not fit into the intact image of community. And all without disputing with the those peoples and their lives. Just without talking to them.
Jesus acted in a different way...
Who are we to judge about othe rhuman beings, about fellow Christians and brothers in faith?
Finally, we wonder why our churches and our services become older and older. We ask ourselves why there are no young people in our churches. But we forget that we are not really openminded for them. Open for changes. Openminded for young people. Open for otherness. Open for new ideas and suggestions.
Is this the reason?
But if we all take a step towardseach other, the distance between us will become 2 steps smaller. If we all come together, only one step closer, if we communicate with each other instead of acting against each other, our community life will become better. More varied. More colorful. Livelier. More inviting.